
gesunde Prostata
Die Prostata (deutsch: Vorsteherdrüse) gehört zu den männlichen Geschlechtsorganen. In Gestalt und Größe ähnelt sie beim erwachsenen Mann einer Kastanie. Die Prostata befindet sich unterhalb der Harnblase und umschließt dabei ringförmig einen Teil der Harnröhre. Sie besteht aus Bindegewebe, Muskulatur und vielen einzelnen Drüsen. Die Drüsen produzieren hormongesteuert ein Sekret, das einen großen Teil des Samenergusses ausmacht. Das Prostatasekret hält die Spermien beweglich. Ohne dieses würden die Spermien das weibliche Ei nicht erreichen. Die Prostata ist also von großer Bedeutung.

vergrößerte Prostata
Beim Neugeborenen wiegt die Prostata nur 1-2 Gramm. Bis zum 20. Lebensjahr erreicht die Prostata ein Gewicht von 18-20 Gramm. Ab dem 40. Lebensjahr setzt bei den meisten Männern ein erneutes Wachstum der Prostata ein. Es verläuft überwiegend langsam und anfänglich ohne Beschwerden.
Das gutartige Wachstum hat nichts mit einer Krebserkrankung (bösartiges Wachstum) zu tun.
Ab einer bestimmten Größe kann die Prostata die Harnröhre so verengen, dass Beschwerden beim Wasserlassen auftreten. Etwa jeder 2. Mann ab dem 50. Lebensjahr ist von einer BPH betroffen, bei den 60- bis 70-Jährigen sind es sogar 75 %. Nicht alle haben Probleme mit der vergrößerten Prostata. Aber viele, die Probleme haben, sind sich derer zunächst gar nicht bewusst. Denn die Schwierigkeiten beim Wasserlassen treten nicht plötzlich auf, sondern kommen schleichend. Und es tut nicht weh! Erst wenn die Beeinträchtigungen sehr deutlich sind, nehmen die Betroffenen sie als solche wahr. Und auch wenn sie nicht mehr zu verleugnen sind, sprechen nur die wenigsten mit ihrem Arzt, Apotheker oder der Partnerin darüber.

Die genaue Ursache für die Vergrößerung der Prostata ist nicht geklärt. Man weiß heute aber, dass nicht nur eine Ursache verantwortlich zu machen ist, sondern wohl mehrere gleichzeitig. So ist eine der Hauptursachen die Veränderung des Hormonhaushaltes, insbesondere von Testosteron und Östrogen, im männlichen Organismus, die sich mit zunehmendem Alter einstellt. Beide Hormone fördern das Wachstum der Prostata. Darüber hinaus können entzündliche Prozesse beteiligt sein.
Die beginnende BPH macht sich zunächst durch Harndrang bemerkbar: Erst häufiger, später auch drängender. Häufigerer Druck auf die Blase zwingt dazu, auch nachts öfter aufzustehen und sich tagsüber möglichst in der Nähe einer Toilette aufzuhalten. Zunehmend beherrscht das Prostata-Problem das ganze Leben. Während aber das Bedürfnis, Wasser zu lassen, zunimmt, macht die eigentliche Entleerung mehr und mehr Probleme. Ursache: Die vergrößerte Prostata. Sie verhindert die vollständige Entleerung der Blase, in ihr verbleibt Restharn. Nimmt die Größe der Prostata noch weiter zu, kann sich der Harn bis zu den Nieren zurückstauen und diese ernsthaft schädigen. Eine Operation zur Verkleinerung der Prostata wird erforderlich.
Frühzeitige Diagnostik und Therapie ermöglichen unkomplizierte Behandlungsmethoden, die das Fortschreiten der Beschwerden verhindern oder verlangsamen. Wird die BPH rechtzeitig erkannt, kann die Behandlung auch über Jahre hinweg mit Medikamenten erfolgen, eine Operation kann dadurch überflüssig oder zumindest hinausgeschoben werden. Die zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung eingesetzten Arzneimittel helfen, die Beschwerden zu lindern oder gar zu beseitigen. Viele davon sind pflanzlichen Ursprungs.
Durch Befragung erfasst der Arzt Ihren individuellen Gesundheitszustand:
Dem Arzt stehen mehrere Untersuchungsmethoden bei BPH zur Verfügung. Die wichtigsten sind:
Hat der Arzt die Ursachen der Blasenentleerungsstörungen abgeklärt, wird er mit Ihnen die Therapiemöglichkeiten besprechen. Mögliche Behandlungsformen bei BPH sind:
Bei einer BPH im frühen Stadium (Stadium I bzw. II mit einem Restharn von weniger als 100 ml) wird die Behandlung mit pflanzlichen oder synthetischen Medikamenten angeraten.